VERTRETUNG GEGENÜBER DER STEUERFAHNDUNG

Zu den Aufgaben der Steuerfahndung gehört die Erforschung von Steuerstraftaten und Steuerordnungswidrigkeiten. Hierzu ist die Steuerfahndung mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet. Es können zum Beispiel Durchsuchungen durchgeführt und Gegenstände wie Dokumente oder PCs beschlagnahmt werden (s. u.).

Die Steuerfahnder sind gut ausgebildete Kriminalbeamte, die bei scheinbar harmlosen Gesprächen ihren Gesprächspartner oft wichtige und für diese nachteilige Informationen entlocken können. Betroffene sollten daher ohne Abstimmung mit einem Anwalt keine Angaben zur Sache machen. Soweit die Steuerfahndung als Strafverfolgungsbehörde tätig wird, haben Beschuldigte auch ein Zeugnisverweigerungsrecht.

Ein Anwalt kann zunächst von den Strafverfolgungsbehörden Akteneinsicht verlangen. Daraufhin kann mit dem Anwalt die Verteidigungsstrategie abgestimmt werden.

Vor Abstimmung der Verteidigungsstrategie sollten vom Beschuldigten aber keine Aussagen zur Sache gemacht werden.

Durchsuchungen durch die Steuerfahndung

Die Durchsuchung ist eine in Steuerstrafverfahren häufig eingesetzte Ermittlungsmethode. Falls der Ermittler an der Haustür klingelt, sollten Betroffene ruhig und freundlich bleiben, aber zur Sache vollständig schweigen.

Berücksichtigt werden sollte auch, dass es bei Vernichtung von Unterlagen wegen Verdunklungsgefahr zur Anordnung von Untersuchungshaft kommen kann.

Beschlagnahmen durch die Steuerfahndung

Werden bei einer Durchsuchung Gegenstände gefunden, die als Beweise für das Strafverfahren in Frage kommen, so werden diese beschlagnahmt. Für die Ermittler können zum Beispiel Festplatten von PCs, Vertragsunterlagen oder Bankbelege interessant sein.

Sollten die Steuerfahnder Gegenstände mitnehmen wollen, sollten die Betroffenen vor allem verlangen, dass eine förmliche Beschlagnahme erfolgt und dass die zu beschlagnahmenden Gegenstände eindeutig protokolliert werden.